Reisen mit Rollstuhl & was Sie einpacken sollten
Die Vorstellung von längeren Reisen kann zunächst beängstigend wirken. Doch Ihr Rollstuhl ist ein wichtiger Teil Ihres Alltags und sollte Sie nicht davon abhalten, die Reise Ihres Lebens zu genießen.
Mit etwas zusätzlicher Planung und Vorbereitung können Ihre Reisepläne weniger stressig sein. Nutzen Sie die folgenden Listen, damit Sie sich bei Ihrem nächsten Abenteuer mit Rollstuhl und Selbstkatheterisierung sicher fühlen.
Planung
- Prüfen Sie die Rollstuhl-Richtlinien Ihrer Fluggesellschaft. Bevor Sie Ihre Reise buchen, besuchen Sie die Website der Fluggesellschaft und lesen Sie die Informationen zur „Barrierefreiheit“ speziell für Rollstühle. Für die Mitnahme eines persönlichen Rollstuhls und für die Verstauung eines elektrischen Rollstuhls können unterschiedliche Regelungen gelten.
- Rufen Sie Ihre Fluggesellschaft an, sobald Sie Ihre Reise gebucht haben. Fluggesellschaften haben unterschiedliche Größenanforderungen für die Mitnahme Ihres Rollstuhls im Flugzeug. Informieren Sie die Fluggesellschaft darüber, dass Sie Rollstuhlunterstützung benötigen, damit Ihre Buchung aktualisiert und nach Ihrer Ankunft am Flughafen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden können.
- Halten Sie die Maße und das Gewicht Ihres Rollstuhls bereit.
- Erwähnen Sie, dass Sie medizinische Hilfsmittel dabeihaben.
- Wenn Sie einen elektrischen Rollstuhl haben, befestigen Sie die Bedienungsanleitung am Rollstuhl oder geben Sie sie dem Personal, wenn Ihr Rollstuhl übernommen wird. Dies kann dazu beitragen, das Risiko von Schäden beim Transport zu verringern. - Nutzen Sie Unterstützungsangebote. Wenden Sie sich zunächst an Ihre Fluggesellschaft, wenn Sie Beratung benötigen, oder folgen Sie bei Ihrer Ankunft am Flughafen den Schildern zur "besonderen Unterstützung". Dort erhalten Sie Hilfe bei den Abläufen am Flughafen und Inromationen dazu, was Sie an den Sicherheitskontrollen erwartet. Wenn Sie in die EU, in die USA oder in Länder mit entsprechenden Gegenseitigkeitsregelungen reisen, kann auch Ihr Zielflughafen angewiesen werden, dieselbe Unterstützung bereitzustellen.
- Seien Sie frühzeitig am Flughafen. Es wird empfohlen, mindestens 2 Stunden vor Abflug am Flughafen einzutreffen. Bitten Sie nach Ihrer Ankunft den Kundenservice der Fluggesellschaft oder das Check-In-Personal um Unterstützung. Dort kann man Ihnen dabei helfen, Ihren Rollstuhl für die Verstauung vorzumerken, falls nötig, Unterstützung beim Boarding organisieren und sicherzustellen, dass Sie zu Ihrem Gate gelangen.
- Kennen Sie Ihre Rechte.
Wenn Sie als Passagier:in mit Behinderung einen Rollstuhl nutzen, haben Sie bei Flugreisen einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung, die häufig als „Special Assistance“ bezeichnet wird.
Passagier:innen, die besondere Unterstützung benötigen, sollten ihre Fluggesellschaft möglichst 48 Stunden im Voraus über die benötigte Hilfe informieren.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Ganz gleich, ob Sie erst seit Kurzem katheterisieren oder dies schon seit einiger Zeit tun: Es kann sinnvoll sein, Ihre Katheterisierungsroutine für die Zeit Ihrer Reise kurz zu besprechen.
Packen
- Packen Sie lieber zu viele Hilfsmittel ein. Sie kennen Ihre übliche Katheterisierungsroutine am besten. Berechnen Sie, wie viele Katheter Sie pro Tag verwenden, multiplizieren Sie diese Zahl mit der Anzahl Ihrer Reisetage und packen Sie zusätzliche Reserve ein. Planen Sie mögliche Verzögerungen, starken Verkehr oder Änderungen im Reiseablauf mit ein.
- Denke Sie an alle Zubehörteile. Erstellen Sie eine Liste aller weiteren Hilfsmittel, die Sie bei Ihrer Selbstkatheterisierung verwenden. Auch sollten Sie wichtige Dinge, wie Reinigungstücher, antibakterielles Gel, Spiegel oder Gleitmittel einpacken. Die Anzahl der eingepackten Katheter sollte zur Anzahl der benötigten Zubehörteile passen. Packen Sie auch hier zusätzliche Reserven ein.
- Tragen Sie eine Bescheinigung Ihrer medizinischen Fachkraft bei sich, aus der hervorgeht, dass Sie Katheter zur ISK und Hilfsmittel benötigen. Das kann helfen, Probleme oder Rückfragen an der Sicherheitskontrolle zu vermeiden.
- Verteilen Sie Hilfsmittel auf Handgepäck und aufgegebenes Gepäck. So haben Sie einen Plan B, falls mit Ihrem aufgegeben Gepäck etwas passiert. Denken Sie daran, Wenn Sie bestimmte Hilfsmittel wie Gleitmittel mitführen, gilt oft im Handgepäck die Flüssigkeitsgrenze von 100ml oder weniger.
- Halten Sie ein zusätzliches Set Kleidung griffbereit. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme kann das Wissen, Ersatzkleidung dabeizuhaben, Ängste reduzieren, wenn Sie mit Harninkontinenz reisen.
Reisen Sie mit Selbstvertrauen.
Sie haben alles vorbereitet und geplant. Genießen Sie die Reise - Sie schaffen das!
